ich hatte gelernt, wie man fahrrad fährt, und fand es so toll, dass ich gar nichts anderes mehr machen wollte. es ging aber irgendwie nur auf dem fahrrad vom nachbarjungen, das hatte genau die richtige grösse. ich sass beim abendessen und konnte an nichts anderes denken als ans fahrradfahren. nach dem essen stahl ich mich aus der wohnung und schlich mich ins haus vom nachbarjungen, in den keller, wo sein fahrrad war. alles war dunkel und still. ich nahm das fahrrad, mit diesem heissen, pieksenden gefühl im bauch, das man hat, wenn man weiss, man tut was verbotenes. ich schleppte mit mühe das fahrrad die treppe hoch und hinaus in die dunkelheit, stieg auf und fuhr, fuhr, fuhr, die strasse hoch, die strasse runter, hierhin und dorthin. ich begegnete niemandem. es war herrlich. dann stellte ich das fahrrad zurück in den keller und ging nach hause. niemand hatte etwas bemerkt. es war toll, und ich schlief sehr gut danach, aber ich habe es nicht wieder getan.
Dunkelheit