Berlin. Mauerpark. Wind. Wind schleppt die Gewitterwolken aus dem Suedwesten mit sich, zieht sie über den halben Horizont, über die den Sonnenuntergang zelebrierende Stadt. Der Himmel wird dunkler als die Erde, und die Musiker im Mauerpark spielen, noch jeder für sich, setzen sich dann zusammen, und fangen an, in das schattenlose Licht zu spielen, in den Sand aufwirbelnden Wind, zwei Trompeten, zwei Gitarren, Trommeln, jemand singt, der Wind wird heftiger, die Schatten verschwinden für immer, ohne das Licht mitzunehmen, die Musik zieht ihr Hemd aus, und steht mit nackter Brust im Wind, und rennt zu ihm hin, und es wird lauter und heftiger und dunkler und geht plötzlich aus. Stille. Dreißig Sekunden Stille. Dann platzt der Regen, und wir rennen auf dem noch heissen Asphalt und riechen den nassen Staub und treffen Freunde und sind für immer da, in Berlin, Mauerpark, in diesen dreißig Sekunden vor dem Regen.
Berlin